Deißlingen – FDP-Bundestagskandidat Dr. Andreas Anton tauschte sich bei einem Besuch des Deißlinger Rathauses mit Bürgermeister Ralf Ulbrich über aktuelle politische Themen aus.

Der aus Trossingen stammende liberale Bundestagskandidat und der Deißlinger Bürgermeister stellten bei ihrem Austausch schnell ein hohes Maß an übereinstimmenden Positionen fest. Ulbrich betonte, dass die zunehmende Bürokratie auf der Ebene der kommunalen Verwaltung ein immer größeres Problem darstelle. Bei Bauanträgen etwa vergehe viel zu viel Zeit, weil die entsprechenden bürokratischen Prozesse viel zu kompliziert seien. Damit stieß Ulbrich bei Anton offene Türen ein. Für den Liberalen ist ein „spürbarer Bürokratieabbau“ gar eine der „zentralen politischen Herausforderungen der nächsten Jahre“. Er verwies auf die europäische Medizinprodukte-Verordnung (MDR), die gerade den für den Landkreis Tuttlingen äußerst wichtigen Medizintechnik-Unternehmen das Leben schwer mache. Hier würde mit einer „vollkommen übertriebenen Bürokratie Dynamik, Wachstum und Innovation blockiert.“ Anton forderte: „Wir müssen unseren Staat einfacher machen – und zwar auf allen Ebenen.“

Ulbrich und Anton waren sich einig, dass, wer auch immer für den Wahlkreis in den Bundestag einzieht, die Interessen der mittelständischen Unternehmen im Blick haben sollte, die für die Region von größter Bedeutung sind. Die mittelständische Wirtschaft sei in den letzten Jahren durch hohe Steuern, Fachkräftemangel, eine immer kompliziertere Bürokratie und zuletzt durch die Corona-Maßnahmen ohnehin stalk belastet gewesen, führte Anton aus. “Was es jetzt braucht, ist eine deutliche Entlastung der Wirtschaft und nicht noch mehr Belastungen”, so der 37-Jährige Trossinger.

Zur Bekämpfung des Klimawandels brauche es nach Ulbrich „mehr Technologieoffenheit“. Die Politik sollte nicht „zu sehr auf einzelne Technologien setzen, sondern den Wettbewerb um die besten Ideen fördern“. Er verwies auf einen Vortrag des Wissenschaftlers Franz Josef Radermacher, der vor zwei Jahren in Deißlingen stattfand. Radermacher hatte darin u.a. das Potenzial synthetischer Kraftstoffe zur CO2-Reduktion hervorgehoben. Für Anton könnten synthetische Kraftstoffe eine „Schlüsselrolle im Kampf gegen den Klimawandel“ einnehmen. Synthetisch erzeugtes Benzin könne, so Anton „ohne Umrüstung ganz normal getankt werden. Werden sie mit grünem Strom erzeugt, ist ihre C02-Bilanz null.“ „Mit ihnen kann der Verbrennungsmotor eine CO2-neutrale Zukunft haben“, betonte der Liberale.