Liberale zufrieden mit Sondierungspapier / FDP will sich als starke Kraft im Kreis etablieren

 Bei der jüngsten Kreisvorstandssitzung der FDP im Kreis Rottweil warfen die Teilnehmer einen Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen im Bund für eine Ampelkoalition und auf die Wahlergebnisse im Kreis. Kreisvorsitzender Daniel Karrais stellte fest: „Wir haben das bundesweit beste Ergebnis erzielt und sind in sehr vielen Gemeinden die zweitstärkste Kraft. Damit können wir sehr zufrieden sein.“ Besonders in kleinen Ortschaften sei man sehr erfolgreich gewesen, berichtet Josef Rack aus der Gesamtübersicht der Ergebnisse. Zustimmung gab es hierzu im Kreisvorstand, wobei vor allem die jungen Mitglieder hervorhoben, dass gerade Erstwähler im Kreis häufig die FDP gewählt hätten. „CDU und SPD sind einfach Null attraktiv für junge Leute. Sie denken an das Gewesene, nicht an die Zukunft,“ so ein Erklärungsversuch von Jonas Poré.

Trotz des guten Ergebnisses dürfe man sich nicht darauf ausruhen, so die einhellige Meinung im Vorstand. Man wolle den starken Mitgliederzuwachs nutzen, um die Stellung der FDP im Kreis als starke Partei weiter auszubauen. Dafür wolle man die Arbeit vor Ort intensivieren, kündigte Karrais an. „In Schramberg gründen wir noch dieses Jahr erstmals seit zehn Jahren wieder einen Ortsverband. In Oberndorf stehen wir kurz davor und auch in Rottweil geht es wieder los,“ sagte der FDP-Chef. Bei den Veranstaltungen wolle man einiges moderner machen und den Mitmach-Charakter einer Partei in den Fokus nehmen. Darum tage man häufig hybrid oder digital, um das Ehrenamt neben Familie und Beruf besser zu ermöglichen.

Die anstehenden Koalitionsgespräche mit Grünen und SPD wurden von allen Mitgliedern begrüßt. Das Sondierungspapier zeige einen Aufbruchswillen, so die Liberalen unisono. „Wir haben gleiche Ziele, aber unterschiedliche Wege. Das kommt zur Geltung, erlaubt aber auch, dass wir uns einig werden,“ fasst der Landtagsabgeordnete Karrais zusammen. Er sehe in dem Ergebnis auch eine Chance für die für die Region wichtige Gäubahn. „Der Bilger-Plan für einen Fildertunnel führt zu gewaltigen Nachteilen bei uns in der Region. Das muss vom Tisch. Die Anbindung an den Flughafen darf nicht geschehen, ohne die Auswirkungen auf die Beschleunigung der Strecke zwischen Singen und Böblingen zu betrachten,“ forderte Karrais. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Planung der Magistrale Zürich-Stuttgart im Bund neu gedacht werde.

Kommende Termine der Freien Demokraten sind das Gründungstreffen am 2. November in Schramberg sowie die Kreismitgliederversammlung mit Delegiertenwahlen am 2. Dezember.

Text zum Bild: Am Wahlabend fieberte FDP-Kreisvorsitzender Daniel Karrais (mitte stehend) am Tisch von den Jungen Liberalen mit den Hochrechnungen mit. (Foto: FDP)